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Verhalten nach Staroperation, häufige Fragen, Literatur

Verhaltenshinweise

  • Lassen Sie sich nach der OP möglichst von einer Begleitperson nach Hause bringen. Sie sind nach der OP vorübergehend fahruntüchtig (Pupillenerweiterung, Gabe von Betäubungsmitteln)!
  • Träufeln Sie die verschriebenen Augentropfen zur Infektionsverhütung zu den vereinbarten Uhrzeiten ein.
  • Nehmen Sie unbedingt die Termine zur Nachkontrolle bei uns oder Ihrem Augenarzt wahr.
  • Tragen Sie zum Schutz des operierten Auges eine Woche lang tagsüber eine Brille und nachts die Ihnen mitgegebene Schutzklappe.
  • Zwei Wochen lang das operierte Auge nicht drücken oder reiben und eine Woche lang keine anstrengenden Aktivitäten (Sport) durchführen.
  • Die normalen Aktivitäten des täglichen Lebens sind von Anfang an wieder möglich: Fernsehen, Lesen und Schreiben, Rasieren, Duschen und Haare waschen (Vorsicht: am Anfang keine Seife oder Shampoo in das operierte Auge!). Auch Bücken, Spaziergänge, Büro- und leichtere Haus- und Gartenarbeiten sind von Anfang an wieder möglich.
  • Bei länger anhaltenden Schmerzen am operierten Auge oder einer akuten Verschlechterung des Sehvermögens kontaktieren Sie uns unter der Ihnen mitgegebenen Notruf-Telefonnummer.
  • Eine neue Brille wird von Ihrem Augenarzt oder von uns frühestens 4 Wochen nach der OP verordnet.

Häufige Fragen

Welche Komplikationsmöglichkeiten gibt es bei der Staroperation?

Bei sehr guten Operateuren verlaufen ca. 98% der Operationen des Grauen Stars ohne nennenswerte Komplikationen. Dennoch bestehen auch hier Risiken und Komplikationsmöglichkeiten. Die wichtigsten sind: 

  • Eine Flüssigkeitsansammlung (Ödem) im Inneren der Hornhaut ist gehäuft nach Phakoemulsifikation harter Linsenkerne (fast immer nach wenigen Tagen vorüber);
  • gelegentlich Abschürfung (Erosio) der obersten Hornhautschicht (verheilt nach 2-3 Tagen);
  • manchmal Einriss der hinteren Linsenkapsel und Glaskörpervorfall (danach ggf. keine Einpflanzung der geplanten Linse möglich oder sehr selten keine Linseneinpflanzung möglich);
  • äußerst selten Verbleiben eines Teils der getrübten Linse im Auge (evtl. Zweiteingriff notig);
  • heute nur selten (Literatur 26) Anstieg des Augendrucks nach der Operation (medikamentös meist leicht zu beherrschen);
  • gelegentlich erhöhte Blendempfindlichkeit, v. a. bei jüngeren Patienten;
  • selten bleibende Erweiterung oder Verziehung der Pupille nach instrumenteller Spreizung einer engen, medikamentös nicht erweiterbaren Pupille;
  • selten erforderlich ist ein Austausch der eingepflanzten Kunstlinse gegen eine neue Linse, z.B. wegen Verlagerung der Linse oder nicht exakter Linsenstärkenberechnung;
  • heute selten (Literatur 36) Netzhautablösung (Operation in Netzhautspezialklinik erforderlich) oder zystoides Makulaödem (Literatur 33) (meist vorübergehend);
  • manchmal harmlose Bindehautblutung, sehr selten leichte Blutung in die vordere Augenkammer (meist nach wenigen Tagen aufgesaugt);
  • extrem selten (< 0,1%) schwere Blutungen in das Augeninnere oder Infektionen des Augeninneren; diese ernsten Komplikationen können zur Sehverschlechterung oder sogar zum Sehverlust führen.
  • Ein Nachstar kann nach einer komplikationslosen Staroperation vorkommen (Literatur 35). Er ist harmlos, kann aber das Sehen verschlechtern. Nach einer kurzen ambulanten Laserbehandlung des Nachstars steigt die Sehschärfe fast immer wieder an.

Wann bin ich zu alt für eine Staroperation?

Nie! Auch bei 100-Jährigen ist eine Operation noch sinnvoll, wenn der allgemeine körperliche Zustand es zulässt.

Wie lange ist die Haltbarkeit der neuen Linse?

Sie können ohne Weiteres von 30 Jahren ausgehen. Auch eine längere Haltbarkeit ist durchaus möglich.

Werden beide Augen an einem Tag operiert?

Nein. Von vorsichtigen Operateuren wird ein „Sicherheitsabstand“ zwischen der OP des ersten und zweiten Auges eingehalten.

Verläuft die Operation des zweiten Auges genauso wie die des ersten Auges?

Ja. Meistens sind beide Operationen fast gleich. Dennoch wird die OP des zweiten Auges von vielen Patienten subjektiv als „völlig anders“ empfunden.

Muss ich nach der OP eine Brille tragen?

Die mit monofokalen Linsen (sphärisch oder asphärisch) versorgten Patienten müssen fast alle nach der Staroperation weiterhin eine Lesebrille oder eine Gleitsichtbrille tragen, manchmal auch eine Fernbrille. Falls Sie eine Brille jedoch seltener oder möglichst gar nicht mehr tragen möchten, beraten wir Sie gerne zu Premiumlinsen mit erweitertem Sehbereich.

Ich bin Kassenpatient – werden die OP-Kosten von meiner Krankenkasse übernommen?

Ja. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen alle Kosten für die Operation des Grauen Stars mit Standardlinsen. Lediglich bei Premiumlinsen müssen Kassenpatienten die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht getragenen Kosten für die kostenintensiveren Premiumlinsen und die aufwändigen präoperativen Spezialuntersuchungen selbst zahlen.  

Ist bei einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) eine Staroperation sinnvoll?

Wenn ein fortgeschrittener Grauer Star vorliegt, ist eine Staroperation auch bei Makuladegeneration meistens sinnvoll – es sei denn, die AMD ist die mit Abstand führende Ursache für das schlechte Sehen. Allerdings dürfen Sie von der OP nur eine begrenzte Sehverbesserung erwarten.

Bei gleichzeitigem Vorliegen eines Grauen Stars und einer feuchten Makuladegeneration führen wir manchmal einen kombinierten Eingriff durch, bestehend aus Staroperation plus Makulaspritze.

Begünstigt die Staroperation das Fortschreiten einer altersbedingten Makuladegeneration?

Nein. Siehe dazu folgende sorgfältige Studie: Risk of Advanced Age-Related Macular Degeneration after Cataract Surgery in the Age-Related Eye Disease Study. AREDS Report 25. Ophthalmology 116:297-303 (2009).

Ich habe einen Grauen und einen Grünen Star – wie ist die Vorgehensweise?

Zuerst sollte nur der Graue Star operiert werden, denn danach bessert sich häufig auch der Grüne Star, d. h. der Augendruck wird niedriger! Manchmal kombinieren wir die OP des Grauen Stars mit einer minimal-invasiven OP des Grünen Stars (Glaukom-Stent). 

Haben Sie noch weitere Fragen?

Wenn ja, können Sie diese gerne bei der OP-Voruntersuchung Grauer Star stellen.

Bitte fordern Sie auch unser kostenloses Informationsmaterial über den Grauen Star an: Tel. 06151 40 66 17

Literatur

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  • 2. Adams, H.A., V. Hessemer, K.W. Jacobi, G. Hempelmann: Plasmaspiegel von Lidocain und Adrenalin bei Lokalanästhesie mit Kolloid-Zusatz am Auge. Fortschr. Ophthalmol. 87: 209-213 (1990)
  • 3. Dick, B., V. Hessemer: Rasterelektronenmikroskopische Untersuchung von 87 prae injectionem abgestumpften Retrobulbärkanülen. Ophthalmologe 90: 372-375 (1993)
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  • 22. Hessemer, V., K.W. Jacobi: Multifokallinsen – Zukunft oder Sackgasse? In: 6. Kongreß der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation (Hrsg.: Th. Neuhann, Ch. Hartmann, R. Rochels) S. 255-265. Springer, Berlin Heidelberg New York (1993)
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  • 42. Schmitt, K., V. Hessemer: Ist eine subkonjunktivale Steroidgabe zusätzlich zur Lokaltherapie nach Kataraktoperationen notwendig? Ophthalmologe 92: 303-306 (1995)
  • 43. Schmitt, K., V. Hessemer, K.W. Jacobi: Antiinflammatorische Wirkung von Diclofenac-Augentropfen – eine Pilotstudie mittels Laser-Flare-Cell-Photometrie. In: 6. Kongreß der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation (Hrsg.: Th. Neuhann, Ch. Hartmann, R. Rochels) S. 325-329. Springer, Berlin Heidelberg New York (1993)

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