Premiumlinsen
Bei der Staroperation können Standardlinsen eingepflanzt werden, die von den Krankenkassen vollständig bezahlt werden. In Hessen sind Standardlinsen sphärisch (kugelförmig gekrümmt) und monofokal, d. h. sie haben nur einen Brennpunkt, meist für die Ferne. Sie besitzen einen UV-Filter zum Herausfiltern des für die Netzhaut schädlichen UV-Lichts und – falls erforderlich – auch einen Blaulichtfilter als zusätzlichen Netzhautschutz (z. B. bei Makuladegeneration).
Bei sphärischen Standardlinsen werden peripher einfallende Randstrahlen stärker gebrochen als die nahe der optischen Achse einfallenden zentralen Strahlen (Abb. rechts oben). Daher haben Randstrahlen und zentrale Strahlen unterschiedliche Brennpunkte. Dies nennt man sphärische Aberration. Die Folge ist ein unschärferes Sehen bei größerer Pupille, z. B. in der Dämmerung (Abb. rechts unten).
Beurteilung: Standardlinsen ermöglichen eine gute Fernsicht bei Tageslicht, jedoch ist das Sehen unter schlechten Lichtverhältnissen nicht optimal. Außerdem müssen fast alle der mit sphärischen Standardlinsen versorgten Patienten nach der Staroperation weiterhin eine Lesebrille oder Gleitsichtbrille tragen, manchmal eine Fernbrille.
Über Standardlinsen hinaus gibt es folgende Premiumlinsen mit besonderem Nutzen für das Sehen:
1. Asphärische monofokale Premiumlinsen für gute Fernsicht bei Tag und Nacht.
2. Monofokal-Plus-Premiumlinsen: gute Fernsicht plus verbessertes Sehen in mittlerer Distanz.
3. EDOF*-Premiumlinsen: durchgehend gutes Sehen von der Ferne bis zu mittlerer Distanz.
4. Multifokale (trifokale) Premiumlinsen für größtmögliche Brillenunabhängigkeit.
5. Torische Premiumlinsen zur Korrektur einer zusätzlich bestehenden Hornhautverkrümmung. Auch die unter 2.– 4. genannten Premiumlinsen sind als torische Variante verfügbar.
Bei der OP-Voruntersuchung an unserem Standort Marienhospital Darmstadt können Sie sich von uns beraten lassen, ob eine Premiumlinse – und wenn ja, welche – für Sie in Frage kommt. Zur Ermittlung von maßgeschneiderten Premiumlinsen, die genau für Ihre Augen passend sind, ist ein Paket von Spezialuntersuchungen erforderlich:
Laser-Vermessung der Augen zur exakten Berechnung der Kunstlinse; Videokeratoskopie mittels Scheimpflugkamera (Pentacam®) zur Erstellung einer genauen „Oberflächenkarte“ (Topographie) der Augenhornhaut; optische Cohärenztomographie (OCT) zur Schnittbilduntersuchung der Makula und des Sehnervenkopfes; Endothelmikroskopie zur Analyse der innersten Schicht (Endothel) der Augenhornhaut.
Wenn Sie sich gemeinsam mit uns für Premiumlinsen entschieden haben, müssen Sie als gesetzlich Krankenversicherter lediglich die von Ihrer Krankenkasse nicht getragenen Mehrkosten für die höherpreisigen Premiumlinsen + Kosten für die o. g. Spezialuntersuchungen tragen. Die Kosten für die Operation selbst übernimmt Ihre gesetzliche Krankenkasse.
Von den privaten Krankenkassen werden die Kosten für die Operation des Grauen Stars mit Einpflanzung von Premiumlinsen häufig übernommen. Auf Wunsch erhalten Sie von uns einen Kostenvoranschlag zur Abklärung bei Ihrer privaten Krankenkasse.
Die Informationen auf den folgenden Seiten hier sollen Ihnen bei der Frage behilflich sein, welche Linsen bei der Staroperation genau für Ihre Augen passend sind. Wir möchten Ihnen damit die Sicherheit geben, dass Sie bei uns gut aufgehoben sind.
